Tag 116 – 137: Cascade Locks bis Manning Park (Meile 2661)

Nachdem ich und Walking Home zwei Naechte in Shreks Swamp verbracht haben brechen wir nach einem ausgiebigen Fruehstueck Richtung Washington auf… das letzte was wir in der Zeitung lesen ist die Wettervorhersage fuer die naechsten Tage und die sagt uns 4 Tage Gewitter und Regen vorraus… toll! Wir gehen ueber die Bridge of the Gods, die nette Dame am Gebuehrenhaeuschen fuer Autofahrer gibt uns den tollen Ratschlag doch links zu gehen damit wir die Autos sehen bevor sie uns ueberfahren! Zum Glueck sind wir recht frueh und es sind wenig Autos unterwegs so das wir sicher die andere Seite des Columbia River und damit Washington erreichen. Sobald wir auf dem Trail sind finden wir einen verschlossenen Eimer einer Donutkette in Portland gefuellt mit Donuts fuer Thruhiker…der Inhalt sieht allerdings so undefinierbar und ekelig aus das ich und walkinghome auf eine Kostprobe verzichten. Der Wald wird merklich gruener und das Terrain steiler… nach 19 Meilen schlagen wir unser Lager am Rock Creek auf wo uns spaeter Reimar Gesellschaft leistet, er war etwas spaeter aufgebrochen. In der NAcht faengt es dann tatsaechlich an zu gewittern und am naechsten Morgen ist mein Zelt ziemlich nass… dieser Zustand wird sich dann auch durch komplett Wasington fortsetzen. Ich ziehe mit walkinghome los, es ist schwuelwarm, geradezu dschungelartig und die Straeucher und Graeser entlang des Weges sind durch den Morgentau und den gestrigen Regen klitschnass. Zur Mittagszeit trocknen wir unsere Sachen auf einer Wiese und nehmen hinter dem Panther Creek die 9 Meilen Steigung in Angriff… eine extrem schweisstreibende Angelegenheit. Als wenn das nicht genug waere faengt es auf der Ridge auch noch an zu regnen, wir steigen von der Ridge ab und campen bei Meile 2202 in der Naehe einer Spring. Sicherlich mit ca 8000ft Steigung und 28 Meilen im nassen Dschungel Washingtons einer der eher anstrengenden Tage auf dem Trail. Am naechsten Morgen bin ich so garnicht in Wanderlaune als ich den dichten Nebel und den Nieselregen sehe und spuere. Es ist wieder schwuel und walkinghome und ich sind nicht in Topform… als wir gegen Mittag die Blue Lakes erreichen kommt allerdings tatsaechlich zum ersten Mal fuer kurze Zeit die Sonne heraus und wir trocknen erneut unsere Klamotten. Als wir nach erneut 28 Meilen den Mosquito Lake erreichen schmerzt mein Fuss sehr und ich versuche ihn im lauwarmen Wasser des Sees etwas zu kuehlen, natuerlich erfolglos. Es faellt mir morgens irgendwie immer schwerer aufzustehen und die Gelenke sind die ersten 5-10 Minuten steif und schmerzen. Ausserdem bin ich schon fast wieder ohne Essen unterwegs… gerade als ich mich darueber aergere sehe ich kurz vor der Strasse zum Trout Lake die Trailmagic des Mt.Adams Zen Tempels. Eine ganze Tonne voll mit Muesliriegeln, KArotten, Obstsaft und Crackern. Nach der Staerkung fuehle ich mich wie ausgewechselt und fliege quasi die naechste 2000ft Steigung herauf. Die Ausblicke auf Mt.Adams und seine Gletscher sind toll, bei der Mittagspause stoeren uns nur die ca. 10000 Black Flies die uns in Schwaermen umkreisen. Das Crossing des Adams Creek ist bislang meiner Meinung nach die gefaehrlichste Flussueberquerung des Trails… der Fluss ist gletschergespeist und hat mehrere Arme. Einige der Arme ueberquert man auf ca. 7cm dicken Baeumchen welche sich genau bis zur reissenden Wasseroberflaeche durchbiegen… in das eiskalte Wasser mit der starken Stroemung moechte ich nicht fallen und bin froh als wir am anderen Ufer ankommen (nach einem gewagten Sprung ueber den letzten Arm). Wir campen schliesslich auf einer Bergwiese nahe des Killen Creek und wenig spaeter trifft auch Reimar ein. Die NAcht war mal wieder recht kalt und als Reimar und ich am naechsten Morgen mit unglaublichen Blicken auf Mt.Rainier aufbrechen sind die Finger mehrere Stunden taub vor Kaelte. Wir trinken Wasser aus der Lava Spring, angeblich die beste Quelle des Trails und wandern durch dichten Wald weiter, unterbrochen nur von langen Pausen zum Blaubeerpfluecken. 🙂 Die Fliegen machen einen allerdings wahnsinnig…als wir unser Camp kurz vor der Goat Rocks Wilderness aufschlagen geben die Biester allerdings Ruhe. Am naechsten Morgen praesentiert sich Washington wieder von seiner bewoelkten und kalten Seite, dennoch ist der Weg ueber den Gletscher bzw. Old Snowy Mountain spektakulaer, auch wenn sich Mt.Rainier leider hinter einer riesigen dunklen Wolke verbirgt. Der Abstieg ist etwas rutschig, die Ausblicke entschaedigen einen jedoch… ich treffe Zack, einen der Southbounder aus Shreks Swamp, er wandert ein paar Tage mit Familie und Co und bietet mir Muesliriegel an. Das lasse ich mir natuerlich nicht zweimal sagen und sahne Clifbars, Snickers und M&Ms ab…von hier aus sind es noch ca. 15 Meilen bis zum White Pass und Eis und Essen und Bier. Reimar und ich entscheiden uns einen Shortcut zu nehmen, verlieren den Weg jedoch nach wenigen Minuten aus den Augen und muessen uns eine extrem steile Wiese, sumpfig, rutschig, ueberwuchert und dornig herabkaempfen… war aber trotzdem ganz witzig und die Riesenpizza und das Bier am Pass schmecken dafuer umso besser. Leider sind meine bestellten Socken und Einlagen fuer die Schuhe noch nicht angekommen und ich leitesie zum Stevens Pass weiter. Treeboo und Marie sind auch hier und wir pluendern die Hikerbox… als walkinghome ankommt entscheiden wir uns fuer ein Zimmer im hiesigen Hotel. Wir bekommen ein winziges Zimmer mit Dreietagenbett und ich machenachts durch das Geschnarche kein Auge zu. Entsprechend geraedert mache ich mich zusammen mit walkinghome und Reimar am naechsten Morgen auf den Weg. Als erstes verlieren wir Reimar und als wir gegen Abend den Dewey Lake erreichen verliere ich auch walkinhhome. Ich hatte mir noch Wasser an einer Quelle geholt, der See ist aber zu gross und durch den aufziehenden Regen beeile ich mich eine Campsite am Ende des Sees zu finden. Es regnet tatsaechlich erneut und ich breche morgens alleine bei grauem Himmel auf… wie sich herausstellt haben wir alle drei am See gecampt, allerdings alle an unterschiedlichen Stellen. 🙂 Gedankenverloren gehe ich den Berg hinauf, sehe ein PCT Schild und marschiere weiter… Mt. Rainier praesentiert sich mir von seiner besten Seite, 41 Gletscher und ueber 4000 Meter hoch zeigt er sich mit einer Wolkenkappe. Als ich mich noch ueber die schoene Aussicht freue faellt mir auf das auf dem schlammigen Trail keine weiteren Fussabdruecke sind und nach einem Check meines GPS stelle ich fest das ich ca. 1,2 Meilen einen falschen Bergruecken herunter gelaufen bin! Also zurueck 1,2 Meilen bergauf und auf den PCT wo ich dann nach wenigen Minuten zunaechst walkinghome und treeboo und dann Reimar treffe. Der Weg verlaeuft entlang einer Ridge und ist eine Qual, stetiges auf und ab und mein Fuss schmerzt sehr… wir erreichen schliesslich gegen 7 die Government MEadow und walkinghome schlaegt in der Wiese sein Zelt auf, ich entscheide mich fuer den Wald und Reimar schlaeft in der Schutzhuette. Ich glaube diesmal habe ich die beste Wahl getroffen, walkinghomes Zelt ist morgens klitschnass durch die Kondensation und Reimar hatte Maeusebesuch… ich breche mit Reimar auf und erneut ist alles um uns herum klitschnass und neblig, Washington ist wahrlich kein Sunshinestate! 🙂 Reimar und ich gehen gerade durch eine burned area und essen massenweise Blaubeeren als uns ein Hiker entgegenkommt. Es ist Scott Williamson, die Legende der PCT Hiker, Triple Crowner und ein total netter Kerl. Wir unterhalten uns ueber dies und das und als ich ihn frage ob er sich seinen Rekord von Anish zurueckholen moechte gibt er ganz bescheiden zu das er es versuchen wird. Ich goenne es ihm, ein ungleublich netter Kerl und der Trail gehoert ihm quasi, er hatte jahrelang den Geschwindigkeitsrekord inne und ist den Trail ca. 13 Mal gelaufen! Wir gehen weiter ,fuellen Wasser an einer Spring ab und finden bei einer Jeep Road einen Zettel mit der vielsagenden Aufschrift „free cold beer“ und eine Richtungsangabe… als wir nach einigen Minuten offtrail auf eine Campsite stossen campt dort eine Familie, wir bekommen nicht nur unser kaltes Bier (um 9 Uhr morgens) sondern auch frischen Apfelkuchen, Kekse, Kaffee und Brot (naja sowas aehnliches). Die Mutter scheint viel zu wandern, Mann und Sohn hingegen bedienen so ziemlich jedes Klischee ueber US-Amerikaner… wir ziehen gestaerkt und dankbar weiter, es ist ca. 10 Grad „warm“ und dichter Nebel zieht auf. walkinghome braucht Wasser und geht zu einer Spring waehrend ich mich auf den Weg zu unserem geplanten Nachtlager mache… eine verlassene Wetterstation! Einmal dort bin ich nicht wirklich begeistert von den Campsites und warte auf walkinghome und Reimar. Zusammen entscheiden wir uns dann doch dort zu campen. Es ist neblig, die alten Messgeraete quietschen vor sich hin und die Szenerie koennte direkt aus einem Gruselfilm stammen! 🙂 Reimar stellt dann fest das die Tueren der Station offen sind und findet im Keller (wirklich richtig spooky da unten!) einen Billardtisch, leider fehlt die schwarze und weisse Kugel. walkinghome und ich campen erneut und Reimar schlaeft erneut drinnen… der Schimmelgeruch war mir allerdings zu viel des Guten und ich bin auch noch froh draussen geschlafen zu haben als ich morgens erneut in einer Wolke wach werde. Das Zelt ist, Ueberaschung, total nass und dreckig und als ich mit Reimar losziehe mein Rucksack somit ca. 2 kg schwerer! Ich versuche beim ersten Anzeichen von Sonne mein Zelt zu trocknen und wir kaempfen uns durch dichtes Gestruepp Richtung Snoqualmie Pass… der Weg ist anstrengend, kurz vorm Mirror Lake treffen wir jedoch zusammen mit walkinghome auf seine Eltern. Sie haben fuer uns drei Fruechte und Kekse mitgebracht und wir schlemmen eine gute Stunde am Parkplatz vor uns hin… anschliessend geht es zum enttaeuschenden und extrem teuren Resupply an der Chevron und wir essen das beste Curry in den USA (laut Eigenwerbung, war aber tatsaechlich ganz gut!). walkinghomes Eltern fahren uns schliesslich zum Mountain Mostel, einem Hostel fuer 20$ die NAcht welches von drei Maedels geleitet wird. Alles ist super sauber und neu… ich wuerde sagen das beste Hostel in dem ich bisher geschlafen habe (und ich habe verdammt gut geschlafen!). Neben uns sind noch zwei Sektionhiker, Treeboo, Marie und Frenchtoast hier… Marie faehrt Reimar und mich am naechsten Morgen mit dem Auto der Hostelchefin zurueck zum Pass und wir brechen Richtung Stevens Pass auf… es geht eine 3000ft Steigung herauf und natuerlich faengt es an zu regnen! Reimar musste auf Toilette und ich sollte ihn bis zum Stevens Pass nicht mehr wieder sehen. Die Landschaft ist der Wahnsinn! Die roten, grauen, schwarzen Berge, gruene Wiesen und kristallklare Seen saeumen den Trail… als ich einen Hiker treffe fragt er mich ob die Bergziege gesehen habe, sie war wohl direkt oberhalb von mir, ich konnte sie jedoch aufgrund der Felsen nicht sehen. Der Trail ist sehr anstrengend, hand- bis fussballgrosse Steine und Geroell und dabei geht es sehr steil bergauf und bergab… kein Wunder das mir meine Fuesse am Abend hoellisch weh tun. Ich treffe auf eine Sektionhikering welche was von Baer faselt und passiere den Wasserfall des Delate Creek… als ich den Lemah Creek forden moechte rutsche ich prompt von einem Felsen und stehe mit einem Bein bis zum Oberschenkel im eiskalten Wasser des Creeks! Ich gehe noch zur Lemah Meadow und camep mit Bill und Robin zwei Sectionhikern aus San Diego… als ich morgens um 5:20 aus meinem kalten Zelt komme sind die beiden schon aufgebrochen, extreme Fruehaufsteher! Der Trail ist ueberwuchert und geht in Serpentinen mit Blicken auf Chimney Rock und Co. bergauf… ich gehe langsam und komme trotzdem gegen 15 Uhr beim Deeplake an (21 Meilen)… viel zu frueh und so gehe ich noch 6 Meilen weiter und campe, da ich genug Wasser habe, zwischen zwei trockenen Creeks im Schatten des Cathedral Peak… in der Ferne kann man einen Wasserfall rauschen hoeren. Bill und Robin, welche ich dort treffe, gehen noch etwas weiter das sie kein Wasser dabei haben. Witzigerweise hat der eine Creek morgens Wasser und rauscht lustig vor sich hin, muss eine Art geologisches Phaenomen sein, ich kenne es nur umgekehrt, das die Creeks gegen Morgen wenig Wasser fuehren. Ich komme zu einem gefaehrlichen Creekcrossing bei hohem Wasserstand (fuer Pferde unpassierbar), zum Glueck liegt nicht viel Schnee und der Gletscher ist morgens auch noch recht ruhig. Ich lege ein ordentliches Tempo hin und erreiche den Stevens Pass bereits gegen halb 4… ich ueberquere die Strasse und das erste Auto haelt an, es ist Eric und er nimmt mich die 21 Meilen nach Baring mit, dort leben die Dinsmores (die letzten Trailangel auf dem PCT). Ich bekomme meine gesendeten Pakete, es gibt Dusche, tolle Hikerboxen und einen Raum fuer Hiker mit Betten, Fernseh, Kuehlschrank und Co. Ich schlafe allerdings im Zelt im Garten, ist mir etwas zu stickig drinnen (oh oh wie wird das wohl zuhause werden?). Wir essen Dinner, ich treffe den letzten Deutschen der vor mir war, Goldfinger, und wir unterhalten uns alle bis in die spaeten Abendstunden bevor ich in mein Zelt schluepfe. Dreimal nachts kommt ein Zug vorbei und meldet sich dabei mit unfassbarer Lautstaerke bevor er den kleinen Ort passiert. Der naechste Tag ist recht ereignislos, wir fruehstuecken im Store mit all den aelteren Locals und haengen danach einfach nur rum… es gibt Besuch von einigen bekannten PCT Hikern und von der Autorin der One Pan Wonder Buecher ueber interessanten Trailfood bevor es abends zum BBQ im Store geht. Ich esse natuerlich mal wieder einen Veggieburger und hausgemachte Eiscreme. 🙂 Ein Einheimischer bietet uns fuer den naechsten Morgen einen Ride zum Trail an und so kommt es das am naechsten Morgen um 6:30 Uhr walkinghome, Bill, Robin und ich vorm Store stehen und hoch zum Stevens Pass gebracht werden. Es faengt wieder an zu regnen und bis Kanada ist das gleiche Wetter gemeldet! walkinghome und ich kommen gut vorran (wenn auch wieder triefend nass) und als am Mittag etwas Sonne durch die Wolken blitzt pausieren wir auf einer Bergwiese mit Blick auf Glacier Paek (bzw. die Wolkeb die ihn verdecken). Der Trail ist einfach und ich gehe gedankenverloren durch dichten Wald als ploetzlich wenige Schritte vor uns etwas schwarzes ueber den Trail laeuft… mein 3,5er Schwarzbaer!! 😉 Er laeuft parallel zum Trail und wenige Schritte von uns entfernt so das wir ihn gut beobachten koennen, bevor er in den Bueschen verschwindet. Wir gehen nun auf den Glacier Peak zu und hoeren Geruechte ueber viele Blowdowns (umgefallene Baeume auf dem Trail), Washouts (durch Starkregen ist der Trail an den Bergflanken weggespuelt) und hohes Gebuesch. Wenn auch wolkenverhangen, die Lamdschafft ist irre… ich glaube die North Cascades sind mein liebster Abschnitt des Trails. Der Wald ist dicht und unterscheidet sich kaum von den Regenwaeldern des Amazonas, ueberall ist Moos, Flechten, Farn und Graeser, tote Baumriesen, Pilze und Co. Der Weg heute ist krass, ueber 3000ft herunter zum Milk Creek und auf der anderen Seite wieder herauf, insgesamt 28 Meilen ohne ebenes Teilstueck. Kurz vor dem Milk Creek rutscht walkinghome aus und legt sich der Laenge nach hin, er schlaegt wenige Zentimeter neben einem Felsen auf dem Trail auf…zum Glueck nichts passiert! Der Trail bergauf vom Milk Creek hat 45 Serpentinen, das Wetter wird jedoch besser und es ist sonnig. Ich werde von einem Reporter aus Wasington interviewt, welcher ein Teilstueck des PCT wandert und einen Bericht ueber die Wanderer schreiben moechte… mal schauen vielleicht werde ich beruehmt! 😉 Es faengt gegen Abend wieder an zu nieseln und der 15km lange Abstieg zum Suiattle River wird immer wieder von Baumriesen und 2m hohen Farnen versperrt. Trotzdem kommen wir beim reissenden Suiattle River an und campen unweit des Wassers auf einer Art Insel im Strom. Es geht am naechsten Morgen 11 Meilen zum Suiattle Pass bergan, walkinghome und ich sind beide etwas wortkarg… so langsam merken wir die 4000km in den Knochen. Vom Pass aus geht es quasi staendig bergab. Als wir einen Fluss forden muessen (tatseachlich nochmal barfuss da die Bruecke weggeschwemmt ist) will walkinghome eine Forelle fangen da auch sein Essen diesmal nicht reicht. Ich ziehe derweil schonmal weiter und es faengt in Stroemen an zu regnen… als ich und walkinghome dann beim Pass Creek ankommen baue ich in einer Trockenphase mein Zelt auf und wasche meine schlammigen Beine und Schuhe im Creek. Am naechsten Morgen ist alles klamm und nass, Schlafsack, Zelt, Rucksack, Regenjacke, Hose…alles! Als wir schliesslich in High Bridge  bei der Ranger Station ankommen sind wir wie so oft total nass, die Aussicht auf Essen versuesst uns jedoch die Wartezeit auf das Shuttle nach Stehekin. Wir holen Fruehstueck in der Baeckerei (die erste in den USA die den Namen verdient), duschen in der oeffentlichen Dusche, waschen Waesche und fahren erneut zur Baeckerei, wo wir fast 4 Stunden bleiben und immer wieder eine Kleinigkeit essen. Anschliessend geht es zur Ranch wo es das wohl beste Essen auf dem Trail gibt. Frisches Gemuese aus dem hauseigenen Garten! Ich esse bis ich fast platze und breche dann mit walkinghome und Graceland auf… Graceland ist Ex-PCT und Ex-CDT Thruhiker, ist mit dem Bike von der Ost- zur Westkueste gefahren und mit dem Mountainbike den Great Divide Trail gefahren. Er hat seinen eigenen Rucksack genaeht, ist ultraleicht unterwegs und so gibt es genuegend Gespraechsstoff als wir…im Regen!!… nach High Bridge wandern. Der naechte Tag bringt Starkregen bei angenehmen Temperaturen, so das man auch noch schwitzt! Es ist so schwuel das meine Brille beim wandern beschlaegt! Als wir beim Rainy Pass (der Name hat Programm) ankommen hoert der Regen schlagartig auf und wir warten auf eine Bekannte von walkinghome, welche uns Salat und Co. an den Trail bringt. walkinghome will eine Tageswanderung mit ihr machen und so ziehe ich mit Graceland alleine weiter. Wir campen 3 Meilen hinter dem Rainy Pass bei erneut einsetztendem Regen auf eine total bescheidenen Campsite… es regnet sehr stark nachts und auch morgens als ich mein Zelt abbaue giesst es wie aus Eimern. Graceland und ich steigen zum Cutthroat Pass auf und bei 3 Grad, sehr starkem Wind und Starkregen geht es weiter. Wir haben einen Plan gefasst….heute bis zum Harts Pass zu gehen, dort winkt uns Trailmagic von 5pm bis 7pm. Wir sind beide nach einer Weile unterkuehlt und Pausen sind aufgrund der Temperaturen nicht moeglich… entsprechend erschoepft kommen wir frierend und nass nach 28 Meilen am HArts Pass an. Dort empfangen uns Meander und sein Bruder Jerry, urspruenglich aus Holland, aber vor Jahrzenten nach Kanada ausgewandert mit toller Trailmagic! Es gibt Steaks (nicht fuer mich), Kartoffeln mit Sourcreme, Salat, Weintrauben, Bier, Whisky, Saft, Wasser und ganz wichtig einen Pavillon und ein knisterndes Feuer an dem wir uns alle aufwaermen und trocknen koennen. Neben Graceland und mir sind noch Peanutbutter Platypus und Seaking anwesend und es wird ein lustiger Abend bei wieder staerker einsetzendem Regen! Morgens regnet es erneut etwas und der Blick auf die tollen Berge ist wolkenverhangen. Es gibt Gebaeck und Kaffe zum Fruehstueck uhdn wir ziehen los, wenig spaeter klart es etwas auf und nach ca. 15 Meilen treffen wir auf die besagten Washouts… der Trail ist an ca. 5-10 Stellen einige Meter tief ausgewaschen, man muss zwar aufpassen aber im Grossen und Ganzen ist es harmlos. Es geht ueber den Woody Pass und endlich kommt die Sonne heraus!!!Tolle Aussichten und nach 25 anstrengenden Meilen (mein Koerper ist evtl. schon im Ruhemodus da das Ende in Sicht ist) schlagen Graceland und ich die Zelte am Hopkins Lake auf. Es wir bitterkalt nachts (die Temperaturen kratzen an der 0 Grad Marke) und die letzten 6 Meilen zur Grenze herunter verlaufen im Schatten der Berge durch erneut (es wird langweilig ich weiss :-)) nasses Gebuesch und Farne. Gegen 9 Uhr am 31.August bin ich dann schliesslich am Monument 78 und damit dem offoziellen Ende des PCT angekommen. Ich habe lange ueberlegt was ich ins Trailregister schreibe, einmal dort sind meine Finger allerdings so kalt das ich auch nach 20 minuetigem Versuch sie aufzuwaermen lediglich meinen Namen und das Datum in Grundschulschrift in das Notizbuch schreiben kann. Wir trocknen ein letztes Mal unsere Zelte und machen uns auf den 8 Meilen langen Weg nach Manning Park ins Resort. Wir checken im Hostel ein (totaler Schrott!) Essen Lunch und Dinner, trinken zwei ueberteuerte Biere und hauen uns dann hin. Die vierstuendige Busfahrt heute nach Vancouver war langweilig, sitze jetzt hier im Hostel und werde mir morgen etwas die Stadt anschauen, bevor uebermorgen mein 12 Stunden Flug nach Deutschland geht. Freue mich schon euch alle wiederzusehen!

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